Austausch zur Krisenvorsorge in der außerklinischen Intensivpflege
Jürgen Drebes, Pflegewissenschaftler der Linimed Gruppe, war Mitte der Woche in Düsseldorf bei der Beauftragten der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen, Frau Claudia Middendorf.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Versorgung von Menschen in der außerklinischen Intensivpflege in Zeiten von Krisen und Katastrophen besser vorbereitet werden kann. Darüber hinaus wurde auch die Situation von Menschen mit Behinderung betrachtet, die in vergleichbaren Szenarien vor ähnlichen Herausforderungen stehen – wenn auch mit einem geringeren Technikeinsatz in der Versorgung.
Der Austausch machte deutlich, dass die besonderen Anforderungen der stationären und ambulanten Langzeitpflege bislang nicht ausreichend im Fokus stehen. Während für Krankenhäuser bereits Strukturen existieren, bleiben ambulante und stationäre Pflegebereiche häufig unberücksichtigt. Auch die Unterstützung durch die zuständigen Behörden zeigt sich nicht nur in Nordrhein-Westfalen derzeit uneinheitlich.
Jürgen Drebes brachte dabei seine fachliche Expertise sowie Erfahrungen aus bereits durchgeführten Fortbildungen und pflegewissenschaftlichen Beiträgen zur Krisenvorsorge ein. Einen vertiefenden Einblick in seine Perspektive gibt auch sein Beitrag im Bereich Pflegewissenschaft auf unserer Website. Zudem stellte Jürgen Drebes das Thema Disaster Nursing – die Pflege in Zeiten von Krisen und Katastrophen – bereits im Rahmen des FBL-Meetings in Jena vor (Einblicke: hier).
Auf dieser Grundlage formulierte er drei zentrale Handlungsfelder:
- Individuelle Ebene: Vorbereitung aller Mitarbeitenden auf mögliche Krisen- und Katastrophensituationen
- Institutionelle Ebene: Benennung verantwortlicher Personen, klare Abläufe sowie regelmäßige interprofessionelle Schulungen und Übungen
- Regionale Ebene: Koordination durch Städte, Kreise und Regionen mit klaren Zuständigkeiten und abgestimmten Maßnahmen
Ein wichtiges Signal: Zum Abschluss des Austauschs wurde Jürgen Drebes eingeladen, im November die Landesbehindertenbeauftragten Deutschlands zu diesem Thema zu informieren.
Damit gewinnt die Diskussion um die Krisenvorsorge in der außerklinischen Intensivpflege weiter an Bedeutung.
